Der deutsche Markt für medizinisches Cannabis wächst weiterhin rasant. Laut neuen Zahlen von Prohibition Partners und Business of Cannabis wird der Markt im Jahr 2026 voraussichtlich einen Wert von 1,15 Milliarden Euro erreichen. Bemerkenswert ist, dass mittlerweile rund drei Viertel des Marktes aus Patienten bestehen, die ihre Medikamente selbst bezahlen.
Die Zahlen stammen von Europäische Cannabis-Einblicke 2026, das am 7. August veröffentlicht wurde und Erkenntnisse zusammenfasst, die zuvor auf einem europäischen Cannabis-Gipfel in Berlin diskutiert wurden.
Explosives Wachstum nach Gesetzesänderung
Ein wesentlicher Grund für das Wachstum ist die deutsche Gesetzesänderung vom April 2024. Seitdem unterliegt medizinisches Cannabis nicht mehr den gleichen strengen Vorschriften wie Betäubungsmittel. Dies hat es Ärzten erleichtert, Cannabis zu verschreiben.
Dies spiegelt sich deutlich im Markt wider. Zwischen März 2024 und Dezember 2025 wird ein Anstieg der Verschreibungen um mehr als 3.000 Prozent erwartet. Auch das Angebot an verschiedenen Cannabisprodukten hat sich mehr als verdoppelt.
Deutschland importierte im Jahr 2025 über 201.000 Kilo medizinisches Cannabis, fast dreimal so viel wie im Jahr 2024. Kanada ist einer der wichtigsten Lieferanten.
Immer mehr Patienten bezahlen die Behandlung selbst.
Auffällig ist, dass die Krankenkassen eine vergleichsweise geringe Rolle spielen. Obwohl rund 90 Prozent der Deutschen gesetzlich krankenversichert sind, machen die erstattungsfähigen Rezepte weniger als ein Viertel des gesamten Marktwerts aus.
Das Wachstum resultiert daher hauptsächlich aus Privatrezepten, bei denen Patienten das Cannabis selbst bezahlen. Telemedizinische Plattformen haben diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt.
Gleichzeitig führt das enorme Angebot zu Preisdruck. Untersuchungen deutscher Online-Apotheken zeigen, dass der Durchschnittspreis für medizinische Cannabisblüten innerhalb eines Jahres um etwa 31 Prozent gesunken ist.
Fazit
Deutschland entwickelt sich rasant zu einem der wichtigsten Märkte für medizinisches Cannabis in Europa. Prohibition Partners prognostiziert ein Marktwachstum auf rund 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro bis 2030. Die zentrale Frage wird sein, wie sich künftige Regulierungen im Bereich Telemedizin und Verschreibung auf dieses Wachstum auswirken werden.
Quelle: businessofcannabis.com


